Hipster kritisieren Hipster kritisieren Hipster

November 28, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Samstag gehen wir immer zu fünftzehnt auf den Kollwitzmarkt. Bei Currywurst und Schampus lassen wir die Woche und alle, in diesem Zeitraum auf den Weg gebrachten, Projekte Revue passieren. Nach einer Weile schlendern wir dann immer noch mit ein wenig Schlagseite die Buden ab. Viele von uns erledigen gleich den Wocheneinkauf für die ganze Familie und hauen sich die M-Klasse mit Gutem aus der Region voll. Dieses Mal war alles anders.

Zum einen fiel uns auf, dass unser geschätztes Frühstückslokal „Anna Blume“ keine Heizpilze mehr aufstellt, was wir mit einem „Jetzt so draußen sitzen zu müssen, ist aber schon hart!“ respektvoll in Richtung der 8 Gäste auf der Terrasse quittierten. Erst später bemerkten wir, dass diese 8 frühstückenden Überdurchschnittsverdiener gar nicht so sehr froren, wie wir zunächst annahmen, sondern ihr auf „sehen-und-gesehen“-eingestelltes Antlitz von über 12 unter der Markise angebrachten Strahlern gewärmt wurde. So wohl temperiert lässt sich natürlich vorzüglich über die geschmackvollen Vorteile des regionalen Saison-Bio-Gemüses fabulieren. Sichtlich erschüttert über soviel Ignoranz war mir zumindest der Appetit auf meinen Stamm-Bierkäse vergangen. Der selbstgemachte französische Glühwein zum Kampfpreis von 2,- Euro ließ mich aber wieder selig lächeln.

Irgendwann bemerkte eine Begleiterin, das heute „ja viel weniger Buden als sonst“ aufgestellt sein und fragte, ob das denn wohl am Winter liegen würde? Der hellhörige Gewürz-Salami-Verkäufer (Promotion-Aktion zur Zeit: 3 empfehlenswerte Salami, 10€) schaltete sich prompt in die laufenden Fragerunde ein und beantwortete diese wie folgt: „Jetzt wo alle hierher gezogen sind, weil der Kollwitzplatz mit seinem hippen Ambiente und dem hippen Markt so eine unvergleichliche Anziehung ausübte, wollen die hergezogenen Hipster den hippen Markt nun verbieten lassen.“ Noch während er sprach, reichte er uns eine Unterschriftenliste, die sich gegen das Marktverbot aussprach und in die wir uns pflichtgemäß und hipstergerecht eintrugen.

Kritischer Oberhipster

Inder zünden kritische Fleischrakete.

November 15, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

In der Dunckerstrasse hat nach drei Jahren veganen Dauerkampfs um die Geschmacksknospen der ansässigen moralischen Bewussternährer und trendgetriebenen Berlinbesucher das „Hans Wurst“ seine tierproduktfreien Türen geschlossen.

An dessen Stelle eröffnet nun ein indisches Restaurant, das nur in Teilen Berührungsängste mit der fleischverarbeitenden Industrie hat. Diese fundieren auf religiöse Ansichten. Hier sehen wir mögliche Anknüpfungspunkte, die geeignet sind, den Betreiberwechsel zu einem gemeinsamen, fließenden Übergang zu gestalten.

Denn der Verband Kritischer Hipster sieht nicht nur sich, sondern auch die Gegenstände seiner Kritik als quasireligiösen Ersatzstoff zur Droge Hipster.

Guten Appetit!

 

Kritischer Oberhipster

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